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The Busters: "The Busters" 2019 The Busters: "The Busters" 2019

The Busters, The Busters, CD, Vinyl-LP, Ska Revolution Records 11/2019

 

Da liegt etwas Dunkles, ja fast Schwarzes, Quadratisches auf meinem vollen Schreibtisch. Aus dem Fenster geschaut, gesellt sich ein langweiliger Mischmasch aus himmlischen Graustufen und backsteinfarbenen Hinterhauswänden hinzu. Diese melancholische Stimmung findet ein jäh rasches Ende, sobald die neue Scheibe der The Busters rotiert, die Mitte November 2019 auf dem hauseigenen Label erscheint.  

Keine Zeit für einen nachdenklichen und nebulösen Winterblues werden sich die elfköpfigen The Busters gedacht haben, als sie sich an das neue Studioalbum „The Busters“ herangemacht haben. Schnörkellos wird der Albumtitel einfach nach der Band benannt, was eigentlich oft bei Erstlingswerken der Fall ist. Kann man machen.

 

Es ist bereits das 21. Album, von allen anderen, zusätzlichen Veröffentlichungen mal abgesehen. Dabei fasziniert, dass die Urgesteine Markus, Jesse, Stephan Keller, Stephan Breuer und Hardy immer noch dabei sind und das musikalische Originalblut der legendären „Ruder Than Rude“-CD aus dem Jahre 1988 in ihren pulsierenden Adern tragen. Respekt!

Mit 15 fetten Songs aus den Sparten 2-Tone, Pop-Ska, Rocksteady, Reggae, Dancehall, Rock und Punk pustet die mächtige Combo um die quirligen Sänger Richie und Joe einem gleich mal jeden auch noch so kleinen, bösen Gedanken aus dem Gehirn. Fans, denen das vorherige Album „Straight Ahead“ aus dem Jahre 2017 gefallen hat, werden wieder ihre helle Freude daran haben. Es ist dieser neue, unverwechselbare, dynamische und eingängige Busters-Sound, der in neuester Zeit noch voluminöser, noch intensiver rüberkommt, was sicherlich, neben der Technik, auch an den durchweg professionellen Musikern liegt. Neben einigen Soli schmettert die perfekt eingespielte, dreiköpfige Bläserfraktion prägend und gekonnt durch die Songs des Albums. Auch auf dieser Platte kommen sich die beiden Vokalisten nicht groß in die Quere und singen weitgehend ihre eigenen Songs. Das macht auch Sinn und gibt der vielfältigen Scheibe seinen ganz besonderen Charakter: Schier unendlich abwechslungsreich, spannend und tanzbar. Als historisch-schöne Rückblicke empfinde ich immer wieder die Beträge von Joe, der mit kultiger Stimme die alte 2-Tone-Fahne hochhält und auch etwas an die Anfangszeiten der The Busters erinnert.  

 

Oft vergessen wird, dass die Songschreiber gar nicht immer nur aus der ersten Reihe kommen. Denn neben Joe und Richie (Gesang) sind auch Stephan Breuer (Drums) und Rob (Posaune) mit neun Stücken am Start. Stephan Keller (Keyboards) ist bei der Produktion mächtig involviert. Hier zeigt sich auch das Tourmotto nach Innen „One for All“. Jeder Einzelne trägt seinen Beitrag zum großen Erfolg der The Busters und dieses Silberlings bei. Gelebte, positive Bandkultur.  

 

Das Ganze macht mächtig Bock auf die anstehende Wintertour „One for All“, die am 27.12.2019 beginnt. Denn live steigert sich der Hörgenuss erneut um ein Vielfaches und das Tanzbein kommt unweigerlich auch zu seinem Einsatz. „Party on!“ statt Winterblues. Und siehe da. Ich schaue aus dem Fenster und die wärmende Sonne scheint durch die dünner werdenden Wolken.   

 

DerDUDE